Bouvard & Pécuchet

Archäologien des Lesens

Schlagwort: Philosophie

Das große Spiel

Céline Minard: Das große Spiel / Le grand jeu

Zum dritten Mal wird der Berliner Matthes & Seitz Verlag in diesem Jahr einen Literaturpreis für Nature-Writing vergeben. Das literarische Schreiben über die Natur kommt aus dem angelsächsischen Raum und hat sich in der Nachfolge Henry David Thoreaus bis heute zu einer durchaus politischen Gattung entwickelt, die derzeit wieder ganz neu entdeckt wird. Das überrascht nicht, wenn man bedenkt, dass die Ausbeutung begrenzter Ressourcen und die damit verbundene Entfremdung des Menschen von der Natur weltweit voranschreitet. In der deutschsprachigen Literatur sieht es mit diesem Genre bislang allerdings noch recht mager aus. Zwar türmen sich in deutschen Buchhandlungen Sachbücher über Wald- und Bienensterben oder städtisches Guerillagärtnern, im Bereich der Belletristik scheint allerdings erst allmählich ein Bewusstsein dafür aufzukommen, dass das Schreiben über das Verhältnis von Mensch und Natur auch zwei Jahrhunderte nach der deutschen Romantik durchaus wieder zu einem Gegenstand literarischer Reflexion werden kann.

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An die Denkerinnen unter den Kunstrezipienten

Georg W. Bertram: Kunst. Eine philosophische Einführung (2016)

Von Picassos Frauenportraits haben manche noch heute die Kraft, eine Soiree zu sprengen. In Jasmina Rezas Drama Art geht eine langjährige Freundschaft am Streit über den kostspieligen Erwerb eines zeitgenössischen „weißen Bildes mit Steifen“ in die Brüche. Und das legendäre Literarische Quartett (ZDF) wurde um die Jahrtausendwende vom deutschen ‚Literaturpapst‘ Marcel Reich Ranicki und der österreichischen Kritikerin Sigrid Löffler selbst an die Wand gefahren – aufgrund unüberbrückbarer Differenzen im ästhetischen Urteil über Haruki Murakamis Gefährliche Geliebte.

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